Zu Beginn des Textes wird kurz das Thema definiert und, bevor mit der visuell orientierten Metapher der „Zauberlampe“ der Hauptteil der Trancereise beginnt, zwei Methoden der inneren Einkehr angeboten: In sich hineinhorchen und in sich hineinspüren. Damit werden alle drei wesentlichen Sinneskanäle des Menschen angesprochen: Das auditive (Hör-) System, das kinästhetische System (Fühlen, sowohl im körperlichen wie im emotionalen Sinn verstanden) und schließlich mit der Vorstellung des in alle Körperwinkel hineinscheinenden Lichts sehr ausführlich das optische System. Damit soll jedem Menschen, egal welchen primären Sinneskanal er beim Denken und Fühlen bevorzugt, eine Brücke zur folgenden Entspannungsübung gebaut werden, die sich in ihrer Grundstruktur (den Körper systematisch zwecks Entspannung aller Organellen durchzugehen) an Übungen des Autogenen Trainings bzw. Achtsamkeitsübungen (Body Scan) anlehnt.

Auch im weiteren Verlauf werden die primären Sinnessysteme gezielt angesprochen, um eine möglichst vollständige Repräsentation der mit der alten Kräuterfrau und ihrer Zauberlampe eingeführten metaphorischen Darstellung von Heilungsprozessen zu erzielen. Dabei werden völlig unterschiedliche Arten von Reparations- und Heilungsprozessen angesprochen, um den Hörer nicht auf ein bestimmtes Krankheitsbild festzulegen und die Trancereise verhältnismäßig universell einsetzbar zu halten.

Den Abschluß der Trance bilden posthypnotische Aufträge, die eine verbesserte Einstellung zu Gesundheitsbelangen implizieren.


Musikalisch unterliegt der Produktion ein 60 BPM-Rhythmus, dessen Instrumentierung zur Mitte hin ausgedünnt wird, danach zum Ende wieder ansteigt. Dem aufgelagert ist ein Melodiebogen (Strophe und Refrain), der sowohl im Bassbereich wie im Mitteltonbereich variierend immer mal wieder auftaucht.

 

Text & Musik: HK

 

Der vollständige Text:

Die Zauberlampe

 

 

 

Das achtsame innerliche Erforschen des Körpers bis in jeden Winkel und in jede Zelle hinein ist auf alle Fälle eine gute Sache zur Entspannung, zur Regeneration verbrauchter Ressourcen oder einfach nur zum Wohlfühlen. Aber es gibt auch die Möglichkeit, es für das Heilwerden zu tun, für Heilungsprozesse, wo immer im Körper sie gebraucht werden, um heil und ganz zu werden.

 

Nun weiß ich nicht, welche Methode Du dabei bevorzugen würdest. Für einen auditiv orientierten Menschen kann es sehr wohltuend sein, auf den Körper zu hören, in jedes Eckchen des Körpers hineinzuhorchen, auf das zu lauschen, was Knochen und Gelenke, was Sehnen, Nerven und Blutbahnen zu sagen haben, dem Klang des Herzens zuzuhören und das alles in sich aufzunehmen als ein Konzert des Lebens, dargeboten vom eigenen Leib.

 

Wer seine Stärken im Fühlen hat, wird lieber in sich hineinspüren, dem Verlauf der Extremitäten folgen bis in die Endglieder von Fingern und Zehen, und ein Gespür entwickeln für bereits entspannte Muskeln und solche, die noch mehr Zuwendung benötigen, um sich entspannen zu können, so daß sie sich weich und warm anfühlen und gut durchblutet sind. Und vielleicht fallen Dir jedes Mal, wenn Du diese Übung durchführst, andere Muskeln oder Organe auf, die sich in den Vordergrund der Wahrnehmung schieben, die gerade jetzt und heute Deine besondere Zuwendung und Achtsamkeit brauchen, um sich wohlfühlen zu können, und vielleicht lernst Du dabei Körperstellen kennen, von deren Existenz Du bisher kaum etwas gewußt hast, weil sie normalerweise so unauffällig und reibungslos funktionieren, daß sie kaum wahrzunehmen sind.

 

 

 

Du kannst Dich aber auch auf eine bildhafte Vorstellung einlassen, die ich persönlich sehr schön finde, und das ist die von der Zauberlampe.

 

Es war einmal eine uralte weise Medizinfrau, eine Kräuterkundige und Heilerin, die alle Krankheiten versteht und auch weiß, wie ein gesunder Körper funktionieren muß, damit alles flexibel im Fluß und gut im Gleichgewicht ist. Und als sie alles gelernt und erfahren und verstanden hatte, was es zu wissen und herauszufinden gibt über den Körper und seine Gesundheit, da ließ sie all ihr Wissen und ihre magischen Fähigkeiten zusammenfließen und erschuf die Zauberlampe, mit der man den Körper von innen mit heilendem Licht durchfluten kann. Und nun übergibt sie Dir mit einem wohlwollenden Lächeln diese kostbare Lampe, damit Du etwas für Deine Gesundheit tun kannst.

 

Nimm also die Zauberlampe aus ihren Händen mit Achtsamkeit entgegen und benutze Deinen konzentrierten Geist dazu, sie zum Leuchten zu bringen. Am Anfang wird der Lichtschein vielleicht noch etwas schwach sein, aber Du kannst schnell lernen, damit umzugehen und ein schwach wahrnehmbares Glimmen zu verstärken. So wird der Schein der Leuchte allmählich stärker und heller und gewinnt einen äußerst angenehmen, entspannenden und behaglichen Farbton. Das einzige, was Du dafür tun mußt, ist, Dich ganz auf das Leuchten der Zauberlampe zu konzentrieren, Dich dem Lichtschein völlig hinzugeben, und schon wird er zunehmend heller und wirkmächtiger. Und schließlich strahlt die Lampe hell genug und sendet eine angenehme Wärme aus, so daß Du nun Deinen Körper behutsam auf eine sehr behagliche Weise von innen anstrahlen kannst. Und wohin auch immer Licht und Wärme treffen, dort entspannen sich die Muskeln, beruhigen sich die Nerven, regeneriert sich das Gewebe, kommt alles so in Ordnung, wie es sein soll in einem gesunden und tatkräftigen Körper.

 

Und was dabei hilft und den Prozeß sehr unterstützt, ist ein zarter, verlockender Weihrauchduft, den die Lampe neben angenehmem Licht und behaglicher Wärme aussendet, in genau in der richtigen Dosierung, um die Heilkräfte des Körpers zu unterstützen und Entzündungen abklingen zu lassen.

 

Und erstaunlicherweise kann die Lampe ihren Lichtschein so dosieren, daß sie immer genau die Menge heilendes Licht aussendet, die dem jeweiligen Organ angemessen ist. Zwar kann sie mit Leichtigkeit den ganzen Körper mit einem angenehmen Licht ausfüllen, aber sie kann auch in jede einzelne kleine Zelle hineinscheinen, die ihres Lichtes und ihrer Wärme bedarf. Und Du kannst sehen und spüren, wie das Beschienenwerden gut und heilsam für die betroffenen Organe ist, im Großen wie im Kleinen,

 

so daß sich verhärtete Strukturen lösen und angegriffenes Gewebe heilt,

 

wie Sehnen ihre Elastizität zurückgewinnen und angerauhter Knorpel sich glättet,

 

wie Bänder sich festigen und Knochen stabiler werden,

 

wie Überflüssiges davonschmilzt und Beschädigtes repariert und Verlorengegangenes wieder aufgebaut wird,

 

und das sind alles Heilungsprozesse, die durch das Licht der Zauberlampe angestoßen und gefördert werden und die von selbst noch lange Zeit weiterlaufen, wenn die Lampe schon längst wieder woanders weiter wirkt.

 

Diesen Gesundungsprozeß kannst Du mit allen Sinnen mitverfolgen. Es ist klar zu sehen, wie das vom warmen Licht angestrahlte Organ allmählich seine Größe ändert. Seine Oberfläche sieht glatter und glänzender aus und es nimmt auf eine sehr tiefgründige Art langsam eine Farbe an, die offensichtliche Gesundheit ausstrahlt. Währenddessen kannst Du auf die kleinen Geräusche achten, die so ein Organ macht und die häufig unbemerkt bleiben, aber wenn Du darauf achtest, ist die Veränderung zu dem Klang, wenn alles in Ordnung ist, deutlich herauszuhören. Vielleicht tun die Organe jetzt völlig geräuschlos und geschmeidig ihren Dienst, und selbst mit gespitzten Ohren läßt sich nur regelmäßige und entspannte Stille wahrnehmen. Vielleicht fangen die Organe nun aber auch an, eine leise, fröhliche Melodie vor sich hin zu summen.

 

Und natürlich läßt sich der Unterschied auch ganz klar erspüren, wenn Gewebe und Organe ihre Spannkraft wiedergewinnen, Festigkeit und Elastizität zurückkehren und sich in allem Leichtigkeit und Geschmeidigkeit einstellt. Der ganze Körper und jede einzelne Zelle fühlen sich erfüllt von neuer Energie und Spannkraft, und das Gefühl vibrierender Vitalität und strotzender Gesundheit bewirkt, daß der ganze Körper nun seinerseits das heilende Licht der Zauberlampe selbst ausstrahlt, so angefüllt mit der Potenz zur Heilheit ist er nun.

 

Und wenn die Zauberlampe Körperstellen, Organe oder Gelenke berührt mit ihrem Licht, ihrer Wärme und diesem heiligen, reinigenden Weihrauchduft, dann ist das genau so, als würde die Heilerin diese Organe mit ihrem unwiderstehlichen Lächeln anstrahlen, so daß die Organe beginnen, zurückzulächeln. Alle Bestandteile des Organismus genießen diese liebevolle Zuwendung und lassen ein sanftes Lächeln bis hin zu einem breiten Strahlen sehen, und das ist so eine schöne Abwechslung und tut so gut.

 

Laß dieses wohlige Gefühl nun in Ruhe und Gelassenheit genußvoll in den ganzen Körper einziehen und sich mit jedem weiteren Atemzug noch mehr vertiefen, so daß es sich mit dem Einatmen weiter ausdehnt bis in die feinsten Verästelungen körperlicher Strukturen und mit jedem Ausatmen Substanz gewinnt und tief eindringt in das Substrat des Körpers, so daß sich eine überdauernde Tendenz zur Gesundung fest in Dir etabliert.

 

 

 

In aller Ruhe und Gelassenheit geschieht im Körper Gesundheit –

 

durch die gelungene Zusammenarbeit von Körper, Seele und Geist –

 

innere Stabilität ist die Grundlage für Gesundheit und Erfolg in der äußeren Situation –

 

Heilung und Gesundung sind auch eine Frage der inneren Einstellung –

 

die sich nun tief in Dir einrichtet.

 

 

Und das wird bei Dir bleiben und der Prozeß wird immer weiter laufen, auch wenn diese Übung nun allmählich zu Ende geht, denn das bist ja ganz Du selbst, ein verläßlicher, unabdingbarer Teil von Dir, der immer bei Dir sein und für Dich da sein wird, was immer Du tust, wo immer Du auch bist allmählich wieder hier in diesem Raum, und nimm Dir einfach mit jedem neuen Atemzug die Zeit, die Du brauchst, um wieder ganz hier anzukommen mit diesem wunderbaren frischen Gefühl, erquickt und lebendig und sehr gesund zu sein. Genieße es!